Anfassen ist simpel - Berühren eine Kunst

Zur Arbeit in der Pflege gehört neben einer großen Portion Empathie natürlich das entsprechende Fachwissen und ständige Fortbildung. In unserer stetig schneller werdenden Welt gibt es immer wieder neue Methoden oder Geräte, die in der Pflege Anwendung finden. Bei aller Effizienz sollte man dabei aber auch die bewährten und relativ simplen Praktiken nicht aus den Augen verlieren. Im Seniorenhaus Schelfwerder gab es deshalb im Herbst eine Weiterbildung/Auffrischung in basaler Stimulation. Durchgeführt wurde diese Fortbildung  von den Ergotherapeutinnen der Einrichtung selbst, da sie auf diesem Gebiet Profis sind.

Basale Stimulation ist die Möglichkeit der verbalen als auch der nonverbalen Kommunikation mit Menschen, deren Wahrnehmung beeinträchtigt ist. Das heißt, dass man anhand verschiedener Reize das allgemeine Wohlbefinden der Bewohner*innen verbessern kann. Abhängig vom Krankheitsbild der betroffenen Person, werden die unterschiedlichen Sinne aktiviert und belebt. Kleiner Aufwand – große Wirkung. Ein simples Beispiel: Für eine erblindete Bewohnerin ist es enorm wichtig, dass die Person, die sich in ihrem Zimmer aufhält alles was sie tut, laut kommentiert. Das schafft Sicherheit und Vertrauen. Aber auch das Auftragen einer gut duftenden Hautcreme kann für Wohlbefinden sorgen und Erinnerungen wecken. 

Wie wirkungsvoll diese Art der Kommunikation für die Heimbewohner*innen ist, haben die Ergotherapeutinnen neben dem theoretischen Teil auch prompt ganz praktisch vermittelt. Eigens zu diesem Zweck wurde im Speisesaal ein Pflegebett aufgestellt, in das sich die Kolleg*innen abwechselnd legten, um wiederum von anderen Kolleg*innen anhand verschiedener Beispiele basale Stimulation zu erfahren. Natürlich sorgten die Situationen hier und da für herzhaftes Gelächter, denn die Kolleg*innen, die die Position der Heimbewohner einnahmen, verhielten sich auch so, wie es manche Bewohner*innen tun.

Doreen Rohde (Pflegedienstleiterin) und Anne-Katrin Otto (Einrichtungsleiterin) erklärten uns: „Wir haben dieses Thema aufgegriffen, weil wir aus eigener Erfahrung wissen, dass in der Pflege mit der Zeit ein gewisser Trott entsteht und Dinge in Vergessenheit geraten können. Die basale Stimulation ist sehr wichtig für die Bewohner*innen und wird bei uns auch praktiziert, aber diese Auffrischung hat uns allen gut getan und den Blickwinkel auf bestimmte Situationen noch einmal geschärft. Unsere Ergotherapeutinnen haben es wirklich toll gemacht. Wir haben viel gelacht und viel gelernt.“

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