Aus der WG in die erste eigene Wohnung

Hauspost April 2020: „Nach oben hin wirds immer schöner”, verrät Einrichtungsleiterin Julia Woyke und verweist auf den tollen Ausblick, den die Bewohner aus den Hausflur-Fenstern der Wohnungen in der Wismarschen Straße 197 auf die Schweriner City haben. Doch die Menschen, die hier wohnen, haben mit sich und ihren Kindern zu tun.

Sechs Zweiraumwohnungen stehen bereit, um den Alleinerziehenden für ein bis zwei Jahre ein neues Zuhause zu geben. In die betreuten Wohnungen kommen die Eltern, wenn sie beim Jugendamt einen Antrag auf Hilfe gestellt haben, oder weil eine Kindeswohlgefährdung besteht. In diesem Fall kann die Aufnahme in die Mutter-Kind-Einrichtung gegebenenfalls auch richterlich angeordnet werden. Häufig haben die Betroffenen finanzielle, psychische oder auch Suchtprobleme und zeigen Überforderungstendenzen im Umgang mit ihren Kindern. Hier beginnt die Hilfe der Mitarbeiter der Einrichtung. „Wir sind Wegbegleiter der Eltern und unterstützen sie bei der Arbeit an vereinbarten Zielen, um sie langfristig auf ein eigenständiges Leben ohne externe Hilfe vorzubereiten”, sagt Diplomsozialpädagogin Julia Woyke. Zu ihrem Team gehören fünf pädagogische Mitarbeiter im Haus und zwei, die sich ambulant um die Menschen in sechs weiteren Wohnungen der Einrichtung in der Stadt kümmern. Zweimal die Woche laden die Sozialarbeiter die Bewohner und ihre Kinder zu gemeinsamen Aktivitäten ein. An diesen Tagen besuchen sie zusammen Spielplätze, fahren ins Erlebnisbad oder treffen sich zu gemeinsamen Picknicks.

Eins der Highlights sind immer die Zoobesuche, die die alleinerziehenden Eltern mit ihrem Nachwuchs dank der kostenlosen Jahrestickets vom Schweriner Zoo in Anspruch nehmen können. „Während der Angebote haben die Mitarbeiterinnen immer wieder die Gelegenheit, in entspannter Atmosphäre gemeinsame Interaktionen von Eltern und Kindern zu erleben”, sagt Julia Woyke. „Wenn die Klienten unsere pädagogischen Einschätzungen annehmen und Hinweise – manchmal auch heimlich – umsetzen und beherzigen, kann die Entwicklung eines stabilen Familiensystems und die Abwendung einer Kindeswohlgefährdung gut gelingen. Es ist immer wieder spannend, die Eltern und Kinder über einen längeren Zeitraum in ihren individuellen Lebenslagen begleiten zu dürfen”, so die 35-Jährige.

maxpress/Steffen Holz

 

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