Bernd Sievers bezieht Stellung

Liebe Mitglieder und Mitarbeiter*innen, ich bin wütend, wütend und enttäuscht!!!
Alltag in allen Sozialverbänden ist der Kampf mit den Kostenträgern um jeden Cent. Die Sonntagsreden vom Wert unserer gemeinsamen Arbeit münden stets nur in klimperndem Kleingeld. Unter diesem Knebel sind Steigerungen der Gehälter auch in unserem Unternehmen nur langsam durchsetzbar.
Vor diesem Hintergrund haben wir alle in den Medien verfolgen müssen, wie Stück für Stück ans Tageslicht kam, dass im AWO Kreisverband Müritz offensichtlich seit mehr als 10 Jahren eine Praxis der Selbstbedienung üblich war. Der Vorsitzende hat sich vom Geschäftsführer einen Anstellungsvertrag (Gesamtschaden bis Ende 2015 rund 700.000 €) inklusive Büro unterschreiben lassen. Der Geschäftsführer ließ sich vom Vorsitzenden stetig seinen Vertrag aufhübschen (zuletzt 150.000 €). Zuletzt mit einer Cash-Rentenzusage - er wollte wohl auch im Alter unbeschwert zum Golf gehen.
Es ist erbärmlich! Gegen die eigene AWO-Satzung, gegen die AWO-Statuten und gegen jede Moral. Es gibt Dinge, die sind nicht nur verboten – man macht sie einfach nicht!!!
Auch unter der neuen Geschäftsführerin im KV Müritz reißen die schlimmen Nachrichten nicht ab. Was dran ist, kann ich noch nicht beurteilen.

Im KV Demmin scheint fast jedes Vorstandsmitglied mit der AWO enger verbunden zu sein, als es sein sollte: über Leistungsverträge für die eigenen Unternehmen. So etwas geht einfach nicht!

Berechtigte Fragen an den Vorsitzenden Schwerin-Parchim: Was ist bei uns Sache und was macht der Landesverband?!
Mit Axel Mielke habe ich als Gesellschaftervertreter 2001 einen Geschäftsführervertrag für die gGmbH geschlossen. Grundlagen für seine Vergütung und ihre Angemessenheit waren die Aufgaben und Anforderungen der Geschäftsführung (insbesondere Anzahl der Beschäftigten, Umsatz der gGmbH, Anzahl der Einrichtungen und Produkte, durchschnittliche Anzahl der Verhandlungszyklen zur Refinanzierung der einzelnen Einrichtungen), wirtschaftliche Lage, Erfolg und Zukunftsaussichten des Unternehmens unter Berücksichtigung des Leistungsumfeldes sowie die persönliche Leistung des Geschäftsführers. Sein Gehalt wächst seit dem lediglich mit dem Bundespreisindex. Es wurde seit 2001 nicht neu verhandelt, obwohl sich die Beschäftigtenzahl und der Umsatz seit dem verdreifacht haben. Seine Vergütung hat keine weiteren Bestandteile wie Provisionen oder Renten. Für den Kreisverband ist unser Geschäftsführer ehrenamtlich tätig (wie auch Marlis Rackow in Nordwestmecklenburg).
In der Vorstandssitzung am 14. September wurde das Vertragsverhältnis des Geschäftsführers offengelegt und diskutiert. Es wurde auch beschlossen, dass nach jeder neuen Vorstandswahl diese Offenlegung erfolgen muss, damit wir im Verband die bestmögliche Transparenz herstellen.

Der Landesausschuss hat am 17. September Maßnahmen und Regeln zur Transparenz und zur Begrenzung der Geschäftsführerverträge sowie eine Zustimmungspflicht durch den Landesverband beschlossen. Weiter werden zukünftig alle Kreisvorstände rechtlich geschult, damit sie frühzeitig Missstände erkennen und entgegenwirken können. Unser Kreisverband wird eine Selbstverpflichtung zur Transparenz gegenüber dem Landesverband abgeben.
Wir alle hoffen, dass damit Kriminellen wie in Müritz der Weg in die AWO versperrt wird und auch die Blauäugigkeit und Naivität mancher Kreisvorstände dann ein Ende haben sollte!
Unsere Mitglieder und MitarbeiterInnen haben solche Missstände nicht verdient!
Bernd Sievers
Vorstandsvorsitzender

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