Fragen und Antworten

Aus aktuellem Anlass veröffentlichen wir heute unsere Antworten, die wir Herrn Ludmann vom NDR auf Fragen bezüglich unserer Kita auf Mallorca gegeben haben. Hier kann sich nun jeder selbst ein Bild machen und diesen Bericht mit unseren Antworten vergleichen.

Antworten von Bernd Tünker, Geschäftsführer des AWO Landesverbandes

S. Ludmann: Auf welcher Rechtsgrundlage fußt die unternehmerische Tätigkeit des Kreisverbandes Schwerin-Parchim im Ausland (bitte genaue Satzungsregelungen der AWO angeben)?

Bernd Tünker: Im Verbandsstatut der Arbeiterwohlfahrt werden unter Ziffer 2. Absatz 3 die Aufgaben konkretisiert; danach sieht die AWO auch „die Förderung von Projekten im In- und Ausland, insbesondere der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe“ als einen Teil ihrer Aufgaben an. Die Satzung des AWO Kreisverbandes Schwerin-Parchim e.V. nimmt dies in § 2 Ziffer 13 auf („Förderung von Projekten im In- und Ausland, insbesondere der Entwicklungszusammenarbeit“). Darüber hinaus müssen die Satzungen aller Gliederungen der AWO einen Passus enthalten, dass das Verbandsstatut Bestandteil der jeweiligen Satzungen ist; eine entsprechende Regelung findet sich in § 10 der Satzung des Kreisverbandes Schwerin-Parchim e.V..

S. Ludmann: Welche soziale Notwendigkeit besteht in dem Betrieb der Kita im Ausland?

Bernd Tünker: Der AWO Kreisverband Schwerin-Parchim e.V. hat – nach Kenntnis des Landesverbandes beginnend in 2013 - über das Sonderprogramm des Bundesarbeitsministeriums zur „Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen aus Europa (MobiPro-EU)“ spanische Auszubildende für den Bereich der Altenpflege gewonnen. Dies war auch Gegenstand diverser öffentlicher Berichterstattungen (SVZ; OZ; NDR). Seither bestehen intensive Kontakte zur spanischen Administration auf Mallorca. Die Jugendarbeitslosigkeit auf Mallorca war bzw. ist wohl eine der höchsten in Spanien. Die Idee der Fachkräftegewinnung wurde zu einem späteren Zeitpunkt auch auf den Bereich Kita ausgedehnt. Das „Kitawesen“ in Spanien ist nicht so stark ausgeprägt wie das in Deutschland. Über Kontakte mit der spanischen Verwaltung wurde der Anstoß gegeben, bzw. die Idee geboren, dass die AWO Schwerin mit ihrer Expertise in diesem Bereich auch eine Versorgung mit Kita-Plätzen vor Ort leisten könnte. Das Projekt wurde dann nach und nach entwickelt und hat sich mittlerweile konkretisiert. Die AWO Schwerin-Parchim erhofft sich über die Kita vor Ort u.a. auch spanische Auszubildende für den hiesigen Bereich Kita gewinnen zu können. Die spanischen Behörden können am fachlichen Knowhow der AWO partizipieren.

S. Ludmann: Welche Mittel des Landesverbandes (Spenden/Fördermittel) sind ggf. in den Bau und den Betrieb der Kita geflossen?

Bernd Tünker: Keine.

S. Ludmann: Wie bewertet der Landesverband diese unternehmerische Tätigkeit eines Mitgliedsverbandes?

Bernd Tünker: Die rechtlich und wirtschaftlich selbständigen Gliederungen sind in ihren Entscheidungen frei, solange und soweit die im Verbandsstatut und in der Satzung enthaltenen Vorgaben beachtet werden. Die unmittelbare Verantwortung für die Steuerung und Ausrichtung der Verbände obliegt den jeweiligen Vorständen und den Geschäftsführungen vor Ort. Der Landesverband geht davon aus, dass das „Kita-Projekt Mallorca“ fachlich und qualitativ den Anforderungen der AWO entspricht. Ob und inwieweit eine Etablierung vor Ort gelingt und dazu beiträgt, den avisierten sozialen Mehrwert für alle Beteiligten zu leisten, bleibt abzuwarten. Die spanischen Auszubildenden in der Pflege haben dazu beigetragen, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Ein ähnlicher Effekt würde auch die Situation bei den Erzieherinnen verbessern, wobei allen Beteiligten klar ist, dass es sich auch hier nur um einen Baustein von vielen handelt, dem wachsenden Fachkräftemangel zu begegnen. Grundsätzlich begrüßt der AWO Landesverband jegliches Engagement der Gliederungen, das den Menschen Nutzen bringt und die Weiterentwicklung der sozialen Landschaften befördert.

Antworten von Bernd Sievers, Vorstandsvorsitzender AWO Kreisverband Schwerin-Parchim e.V.

Sehr geehrter Herr Ludmann,

als Vorsitzender des AWO Kreisverbandes Schwerin-Parchim e.V. beantworte ich Ihre Fragen bzgl. des AWO Deutsch-Internationalen Kindergartens in Santa Maria del Camí (Mallorca).

1. Auf welcher Rechtsgrundlage fußt die unternehmerische Tätigkeit des Kreisverbandes Schwerin-Parchim im Ausland (bitte genaue Satzungsrege-lungen der AWO angeben)?

Im Verbandsstatut der Arbeiterwohlfahrt werden unter Ziffer 2. Absatz 3 die Aufgaben konkretisiert; danach sieht die AWO auch „die Förderung von Projekten im In- und Ausland, insbesondere der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe“ als einen Teil ihrer Aufgaben an. Die Satzung des AWO Kreisverbandes Schwerin-Parchim e.V. nimmt dies in § 2 Ziffer 13 auf („Förderung von Projekten im In- und Ausland, insbesondere der Entwicklungszusammenarbeit“). Darüber hinaus müssen die Satzungen aller Gliederungen der AWO einen Passus enthalten, dass das Verbandsstatut Bestandteil der jeweiligen Satzungen ist; eine entsprechende Regelung findet sich in § 10 der Satzung des Kreisverbandes Schwerin-Parchim e.V.

Der Kreisverband Schwerin-Parchim e.V. und die AWO Soziale Dienste gGmbH - Westmecklenburg haben folgende international orientierte Projekte:

  • Projekt „Nebenan in Afrika“ (Vorschulen in Koumonde, Togo, und Fajikunda, Gambia)
  • MobiPro-EU: Ausbildung Jugendlicher aus Spanien/Mallorca für die Pflege
  • AWO Deutsch-Internationaler Kindergarten (bilinguale Pädagogik), Santa Maria del Camí (Mallorca); Kooperationspartner/ERASMUS-Programm: Euro Akademie Berlin/unsere Kita ist anerkannte Ausbildungsstätte für Berlin, Hochschule Emden/Leer, Hochschule Münster, Fachschule Erzieherausbildung Palma;

Der internationale Kindergarten auf Mallorca ist ein weiterer Schritt. In eigener Regie, mit eigenem Personal nach Maßstäben wie in Mecklenburg-Vorpommern (+ mallorquinischen Vorgaben) und in eigenen Gebäuden setzen wir um, was wir seit vielen Jahren in Schwerin/Parchim praktizieren. Die Qualität und der Bedarf wird auch von der mallorquinische Regierung bestätigt. Der AWO Deutsch-Internationale Kindergarten in Santa Maria del Camí ist einer der ganz wenigen nach spanischem und mallorquinischem Recht anerkannten Kindertagesstätten auf Mallorca!!

Aktuell befindet sich das Projekt „Kita Mallorca“ noch in der Aufbauphase. Sobald die Kita sich nach dem Umzug im Betrieb stabilisiert, sollen weitere Module/Bausteine der Entwicklung erfolgen:

- Familienbildungskurse (weitere Eltern für die Kita zu gewinnen)

- Sommercamp/Ferienlager für Kinder.

2. Welche soziale Notwendigkeit besteht in dem Betrieb der Kita im Ausland?

Der AWO Kreisverband Schwerin-Parchim e.V. hat - beginnend in 2013 - über das Sonderprogramm des Bundesarbeitsministeriums zur „Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen aus Europa (MobiPro-EU)“ spanische Auszubildende für den Bereich der Altenpflege gewonnen. Dies war auch Gegenstand diverser öffentlicher Berichterstattungen (SVZ; OZ; NDR). Seither bestehen intensive Kontakte zur spanischen Administration auf Mallorca. Die Jugendarbeitslosigkeit auf Mallorca war bzw. ist wohl eine der höchsten in Spanien.

Die Idee der Fachkräftegewinnung wurde zu einem späteren Zeitpunkt auch auf den Bereich Kita ausgedehnt. Das „Kitawesen“ in Spanien ist nicht so stark ausgeprägt wie das in Deutschland. Über Kontakte mit der spanischen Verwaltung wurde der Anstoß gegeben, bzw. die Idee geboren, dass die AWO Schwerin mit ihrer Expertise in diesem Bereich auch eine Versorgung mit Kita-Plätzen vor Ort leisten könnte. Das Projekt wurde dann nach und nach entwickelt und hat sich mittlerweile konkretisiert. Die AWO Schwerin-Parchim erhofft sich über die Kita vor Ort u.a. auch spanische Auszubildende für den hiesigen Bereich Kita gewinnen zu können. Die spanischen Behörden können am fachlichen Knowhow der AWO partizipieren (Fachschule Erzieherausbildung Palma).

3. Haben Sie Fördermittel des Landes für den Betrieb der Kita erhalten?

Nein.

4. Welche Investitionen hat der Kreisverband als Gesellschafter und Träger für die Kita getätigt (bitte die bis dato fällige Gesamtsumme angeben)?

Der KV ist Eigentümer des genutzten Grundstückes und hat eine Option auf ein weiteres Grundstück. Er hat das Gebäude zweckentsprechend hergerichtet.

5. Haben Sie Spenden für den Betrieb der Kita eingesetzt?

Nein.

6. Warum wird die Beteiligung an der Kita im Geschäftsbericht 2017 nicht er-wähnt?

Der Geschäftsbericht bezieht sich auf die AWO Soziale Dienste gGmbH – Westmecklenburg und ihre Beteiligungen. Die gGmbH ist nicht auf Mallorca engagiert.

7. Mit welchen Einnahmen und welche Ausgaben schlägt sich der Betrieb der Kita zu Buche? Wo wird das veröffentlicht?

Die Kita befindet in der Aufbauphase. Die Finanzplanung bewegt sich im erwarteten Rahmen.

8. Wie oft sind Sie als Geschäftsführer nach Mallorca gereist, um die Kita zu besuchen?

9. Welche Kosten sind dabei entstanden?

Der Geschäftsführer ist in der Regel pro Jahr einmal auf Mallorca (Termine bzgl. mallorqinischen Pflege-Azubis; Kita). Normale Abstimmungen (einschließl. Mail) zwischen GF und Kita-Ltg. sind gewährleistet.

Flüge und Unterbringung erfolgen nach dem Grundsatz der Sparsamkeit (Flüge mit Easyjet; einfaches 3-Sterne-Hotel).

10. Wie oft sind Vorstandsmitglieder nach Mallorca gereist, um die Kita zu besuchen?

11. Welche Kosten sind dabei entstanden?

Der Vorstand des Kreisverbandes war 2016 und 2018 auf Mallorca. Zu beiden Terminen waren Entscheidungen zu treffen, die Ortskenntnis und umfangreiche Information und Diskussion erforderten. Der Vorstand tagte zu beiden Besuchen daher jeweils mehrstündig an 2 Tagen.

Die Vorstandsmitglieder haben jeweils ein Drittel der Kosten getragen. Mitreisende Partner haben ihre Kosten vollständig bezahlt (Flüge mit Easyjet; einfaches 3-Sterne-Hotel). Der Bedarf eines weiteren Besuchs durch den Vorstand ist nach den Planungen nicht gegeben. Die Besuche durch den Geschäftsführer sind ausreichend. Selbst für notarieller Beglaubigungen sind nun Vollmachten durch den Vorsitzenden ausreichend.

12. Warum wurde der Kita 2017 der Mietvertrag in Sa Planera gekündigt?

Es wurde mitgeteilt, die Räume würden für die Erweiterung der Ecolea-Schula in Sa Planera benötigt.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Sievers

Vorsitzender AWO KV SN-PCH

 

Zurück

  Nebenan in Afrika Logo Kita Sa Planera/Santa Maria  
  Stiftung Horizonte