Sicherheit der Klienten steht an erster Stelle

Artikel Hauspost/Juni 2018: „Zora” – das bedeutet im osteuropäischen Raum so viel wie „Hoffnung“. Genau diese haben viele Klientinnen und Klienten von Hannah Schulte (Name von der Redaktion geändert) beinahe schon verloren, wenn sie zur Fachberatungsstelle ZORA der AWO kommen. Aber genau dort finden Betroffene von Menschenhandel und Zwangsverheiratung die nötige professionelle Unterstützung.

Seit 2009 gibt es die Fachberatungsstelle schon, es ist die einzige in Mecklenburg-Vorpommern und Hannah Schulte, die alleinige Mitarbeiterin, ist im gesamten Bundesland tätig. Wer die Worte „Menschenhandel“ und „Zwangsverheiratung“ liest, wird sich vermutlich denken: Aber so etwas gibt es bei uns doch gar nicht. Leider weit gefehlt. „Es ist ein sehr großes Thema, auch hier in unserem Bundesland“, sagt Hannah Schulte. Insbesondere im vergangen Jahr hat die Sozialpädagogin einen starken Anstieg der Fallzahlen erlebt – der bisherige Höchststand. Umso wichtiger ist es, dass es Fachstellen wie ZORA gibt. Werden Behörden, Polizei oder Hilfsorganisationen auf mögliche Fälle von Menschenhandel oder Zwangsverheiratung aufmerksam, können Sie auf ein gut etabliertes Netzwerk zurückgreifen, dass an das Hilfenetz MV angebunden ist. Hannah Schulte spricht mit Betroffenen und prüft jeden Fall einzeln, ob sich der Verdacht bestätigen lässt und bietet dann alle wichtigen Hilfestellungen an. „Das kann zum Beispiel eine Krisenintervention, die Organisation eines rechtlichen Beistandes oder Hilfe bei Behördengängen und im Alltag sein. Betroffene mit Migrationshintergrund wollen in manchen Fällen auch zurück in ihr Heimatland – auch dabei helfe ich", berichtet sie. Ziel sei es, dass die Betroffenen irgendwann wieder auf eigene Füße stehen – dies kann im Einzelfall Wochen, aber auch Monate oder Jahre dauern.
Auf dieser Grundlage arbeitet die Sozialpädagogin eng mit Behördern wie dem LKA und Jugendämtern, aber auch Hilforganisationen wie beispielweise dem Weißen Ring und den Maltesern sowie Frauenhäusern und anderen Fachberatungsstellen zusammen. Neben diesem Arbeitskontext mit Klientinnen und Klienten nimmt sich Hannah Schulte jedoch auch Zeit, um als Referentin andere Menschen für diese vielfältigen Ausbeutungsformen zu sensibilisieren.
Die Sicherheit steht immer an erster Stelle, denn auch Thematiken wie die organisierte Kriminalität, Ehrenmord und Verschleppung spielen im Arbeitsalltag eine Rolle. Die Fachberatungsstelle arbeitet daher auch innerhalb eines abgestimmten Sicherheitskonzeptes.

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