Stadt will ins Deja vu investieren

Artikel SVZ (Quelle: https://www.svz.de/27013992 ©2020): Sie sind Anlaufpunkt für viele junge Schweriner: Die Jugendclubs. Kinder und Jugendliche können dort Hausaufgaben machen, Gleichgesinnte treffen und gemeinsam Spaß haben.

„Im Alltag sind wir offene Ohren, Zuhörer, Vermittler, Ansprechpartner und Begleiter“, beschreibt Frank Piskulski seine Arbeit. Er leitet den Jugendtreff Déja vu in der Parchimer Straße 2 seit zwei Jahren. Grundaufgabe des Treffpunkts sei es, den jungen Schwerinern eine Beschäftigung und eine feste Tagesstruktur zu geben. 9 bis 25 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 7 und 21 Jahren kommen in den Treff. Viele davon direkt nach der Schule. „Wir haben in letzter Zeit einige neue Gesichter bei uns und hoffen, dass sich unsere Arbeit weiter herumspricht“, sagt der Leiter. Unterstützt wird er dabei von Rebecca Kirsch und vier Ehrenamtlichen. „Ohne die Arbeit unserer Helfer würden wir das alles gar nicht schaffen“, sagt die Erzieherin. Denn der Terminkalender des Déja vu ist voll.

Wochentags hat der Treff außer mittwochs zwischen 14 und 18 Uhr geöffnet. Was in der Zeit gemacht wird, können die Kinder und Jugendlichen zum Teil mitbestimmen. „Wir legen viel Wert auf Partizipation. Deswegen wird der Wochenplan im Voraus gemeinsam gestaltet und wir versuchen, die Wünsche dann umzusetzen“, berichtet Frank Piskulski. Ganz oben auf der Wunschliste stehe häufig ein Tischkicker- oder ein Billardturnier. Der Jugendtreff hat dabei immer ein Oberthema für ein Jahr. „Dieses Jahr ist es Nachhaltigkeit, was vielen sehr gut gefällt“, sagt der Leiter. Denn die jungen Schweriner seien zum Teil sehr umweltbewusst. „Einmal habe ich nach dem Laden meines Handys nur das Gerät vom Stecker genommen, diesen aber nicht aus der Steckdose gezogen. Das gab sofort Ärger“, berichtet Rebecca Kirsch. Die Arbeit im Déja vu bedeute daher auch immer gegenseitiges Lernen.

In Bezug auf die Technik hat sich bei der Jugend auch viel verändert. „Es ist deutlich schwieriger geworden, die Kinder und Jugendlichen zu gemeinsamen Aktivitäten zu bewegen, aber über den Wettkampfgeist geht das recht gut“, sagt der Leiter. Rebecca Kirsch hat ähnliche Beobachtungen gemacht: „Selbst wenn wir ihnen Möglichkeiten zur Beschäftigung aufzeigen, ist das Handy oft spannender.“ Eine beliebte Aktivität sei das gemeinsame Kochen und Backen – vor allem, seit die neue, gespendete Küche eingebaut wurde. Vorher hatte man gleich die Griffe in der Hand, wenn man zu stark an den Schubladen gezogen hat.

Die Stadt will kräftig in den Jugendclub investieren. Das Gebäude soll komplett saniert werden. 2021 sollen die Arbeiten losgehen und etwa ein halbes Jahr dauern.

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