Wohnen mit Service im Alter

Gemeinschaft wird groß geschrieben

Artikel Hauspost/November 2016
Die AWO betreut fünf Wohnhäuser in Schwerin und kümmert sich dort um hilfebedürftige Menschen. Doch das ist nicht alles. In dem Konzept sind auch abwechslungsreiche Gruppenaktionen wie Kaffeenachmittage, gemeinsame Bingo-Spiele, Wii-Bowling, Modenschauen und vorweihnachtliches Plätzchenbacken enthalten, die bei den Bewohnern gut ankommen. In fast jedem Stadtteil Schwerins werden Ein- bis Dreiraumwohnungen an hilfe- und pflegebedürftige Menschen vermittelt, in denen sich ein motiviertes AWO-Team aus 26 Mitarbeitern mit sieben Azubis um die Bewohner kümmert. Die Wohnanlagen in der Meitnerstraße, im Buchenweg und der Friesenstraße wurden von der Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft eG gebaut und werden auch von der SWG vermietet. Durch eine Kooperationsvereinbarung kümmert sich die AWO um die Betreuung der Mieter. Das umfasst viele individuelle Maßnahmen von der Grund- und Behandlungspflege über den Einkaufsservice bis hin zu Veranstaltungsplanungen wie dem monatlichen Kochzirkel. Über Wohnung und Alltag können die Bewohner selbst bestimmen, das Wohnen mit Service bietet ihnen dabei jedoch gleichzeitig Unterstützung nach Bedarf.
Hans Ebert wohnt seit vier Jahren in der Bertha-von-Suttner-Straße und ist begeistert, was ihm hier im Alltag alles geboten wird. Besonders die gemeinsamen Aktivitäten mit den anderen Bewohnern zusammen gefallen ihm. „Alle fühlen sich hier sehr wohl. Die gute Kommunikation untereinander und mit unserer Seniorenbetreuerin Bärbel Eggert wirkt sich auch auf die eigene Stimmung aus”, erzählt der 87-Jährige. Montags bis freitags ist im Gemeinschaftsraum immer etwas los – alles organisiert von Bärbel Eggert. „Sie kümmert sich mit ganzem Herzen, damit sich niemand von uns unter- oder überfordert fühlt“, weiß der ehemalige Sportlehrer zu schätzen. Wer gefordert werden möchte, kann beispielsweise an der Rätselrunde „Fit im Kopf” oder am Seniorensport im Sitzen teilnehmen. Je nachdem, welche Grundfitness die 20 Senioren mitbringen, werden ihnen unterschiedliche Übungen vorgeturnt. Die 45 Minuten Aktivität einmal in der Woche tun älteren Menschen gut und jeder bewegt sich nur so viel, wie er kann. Hauptsächlich geht es aber auch hierbei um den Spaß und das Miteinander. Alleinstehende und Paare leben in den durchgängig barrierefreien Wohnungen. Manch einer findet sogar einen Seelenverwandten unter den Nachbarn, wie Hans Ebert, der nun die meiste Zeit des Tages bei seiner neuen Partnerin aus einem Nachbarhaus verbringt. Auf die Frage, ob er gerade glücklich sei, antwortet er: „Ganz ehrlich? Ich will hier nie mehr weg und kann es hier nur jedem empfehlen, der älter wird, alleinstehend ist und nicht mehr einsam sein möchte.” Neue Nachbarn sind immer herzlich will- kommen und sollten sich schon im Voraus informieren. Die frühzeitige Anmeldung bei dem Vermieter sei sinnvoll, um sich in Ruhe auf die neue Wohnsituation einstellen und den Umzug planen zu können, sagt Katrin Poschmann, Pflegedienstleiterin der Sozialstation: „Uns ist aufgefallen, dass die Schweriner sich mittlerweile früher als noch vor einigen Jahren darüber informieren, wo sie einmal leben könnten, wenn sie körperlich geschwächter sind. Der Trend zum vorausschauenden Denken ist deutlich zu spüren.”
Juliane Brettmann

Zurück

  Nebenan in Afrika Logo Kita Sa Planera/Santa Maria  
  Stiftung Horizonte